Liebe Kolleginnen und Kollegen,
auch wenn es abgedroschen klingen mag: 2010 werden - nicht nur, aber auch - für die Lehrkräfte an beruflichen Schulen wichtige Entscheidungen getroffen bzw. Entwicklungsstrukturen diskutiert und auch justiert.
An dieser Stelle seien nur ein paar Stichworte genannt: Dienstrechtsreform, Lehrerbildung, Perspektiven der Wirtschaftschule, Konsequenzen des Schulversuchs „BERG – Neugestaltung der beruflichen Grundbildung bei kaufmännischen und verwandten Berufen“ des Sächsischen Kultusministeriums für Bayern, Universitätsschule, Tarifverhandlungen und, und… Wir stehen in regelmäßigem Kontakt mit der Legislative und der Exekutive, um Ihre Interessen mit Nachdruck zu vertreten. Über den neuesten Stand der Entwicklungen werden wir Sie laufend informieren.

GV-Klausur 29.-30.01.2010 in Augsburg
GV-Klausurtagung am 29./30. Januar in Augsburg
Aufgrund der bevorstehenden Entscheidungen standen - neben weiteren Themen - die Lehrerbildung und der Modellversuch BERG des Sächsischen Kultusministeriums im Zentrum der schwäbischen Klausurtagung.
Lehrerbildung
Es wurden Eckpunkte herausgearbeitet, die in ein vlb-Positionspapier zum Thema Lehrerbildung einfließen werden. Im Februar wird das Ministerium in Dillingen im Rahmen einer Tagung die Lehrerbildung für Berufliche Schulen in Bayern – unter Einbeziehung von externen Fachleuten - intensiv diskutieren. Dem vlb wird es möglich sein, seine Intensionen zu vertreten.
Dabei muss es im Kern unser oberstes Ziel sein, die Qualität der Bayerischen Lehrerbildung für berufliche Schulen auch für die Zukunft zu erhalten. Wir sind überzeugt von der hohen Qualität unserer bestehenden Struktur der Lehrerbildung und sind im Rahmen dieser Grundstruktur offen für innovative Ideen.
Modellversuch „BERG“ aus Sachsen
Den Kolleginnen und Kollegen, die bei der Kaufmännischen Fachtagung im Amberg anwesend waren, ist die Abkürzung „BERG“ (BERufliche Grundbildung) bereits geläufig. Ministerialdirigent German Denneborg hat im Rahmen seines Grundsatzreferates den Sächsischen Modellversuch, der sich auf kaufmännische Berufe beschränkt, in den Grundzügen erläutert.
Grundgedanke ist die gemeinsame Beschulung von Berufsgruppen. Damit will man einerseits auf die demografische Entwicklung und andererseits auf die steigende Notwendigkeit beruflicher Flexibilität von Auszubildenden adäquat reagieren. Es geht letztlich darum, den schwierigen Spagat von wohnortnaher und gleichzeitig fachlich anspruchsvoller Ausbildung auch für die Zukunft in dem Flächenstaat Bayern zu gewährleisten. Das Bayerische Kultusministerium überlegt deshalb, in Anlehnung an Sachsen, einen assoziierten Modelversuch in den gewerblich-technischen Berufen auf den Weg zu bringen.
Das Staatsinstitut für Schulqualität und Bildungsforschung wurde deshalb vom Kultusministerium beauftragt, eine Fachtagung durchzuführen. Diese Tagung wird Mitte April unter dem Thema stehen: „Berufsgruppen – eine qualitative Antwort auf die demographische Entwicklung?!“. Die Veranstaltung wird hochkarätig besetzt sein und alle am beruflichen Bildungsprozess Beteiligte einbinden. Neben Impulsreferaten werden in Workshops die möglichen Auswirkungen des Modellversuchs beleuchtet.
Setzt man sich mit dem Modell aus Sachsen auseinander, wird bereits auf den ersten Blick klar, die Umsetzung wird für die Berufsschulen Konsequenzen nach sich ziehen . So soll sich z.B. die Stundentafel aufteilen in einen „berufsübergreifenden Bereich, einen berufsbezogenen Bereich und einen Wahlpflichtbereich“.
Manfred Greubel, unser Bildungspolitiker und vertraut mit dem Modellversuch aus Sachsen, hat den GV ausführlich über die sächsische Konzeption informiert und wird unter Berücksichtigung der intensiven Diskussion im GV den vlb-Standpunkt ausformulieren. Der vlb wird bei der Tagung in Wildbad-Kreuth vertreten sein und seine Positionen einbringen.
Der GV im Gespräch mit WIPÄD-Studenten
Natürlich ist es uns als Verband ein wichtiges Anliegen, mit unserem Berufsnachwuchs sehr frühzeitig persönlich in Kontakt zu kommen.
Deshalb habe ich der Bitte, im Rahmen des Welcome Weekends des Nürnberger Master für Wirtschaftspädagogik im Schullandheim Pottenstein (Fränkische Schweiz) den Studenten Rede und Antwort zu stehen sehr gerne entsprochen.
Dabei entwickelte sich in dem informellen Rahmen ein lebhafter Austausch mit den Studierenden, dem VLB sowie Prof. Wilbers und seinen Mitarbeitern. Die Themen waren breit gestreut: Von der Zukunft der beruflichen Schulen über die Beschäftigungsaussichten, die Anforderungen im Referendariat bis hin zur Frage, was ein Schulleiter von seinen Kolleginnen und Kollegen erwartet.
Fazit: Wir bekommen einen sehr engagierten und temperamentvollen Nachwuchs. Die Studierenden haben in einer bemerkenswerten Offenheit und auch Treffsicherheit die wichtigen Fragen ihres künftigen Berufes diskutiert und sich in kritischer Reflexion mit den Meinungen des vlb auseinandergesetzt. Freuen wir uns auf diese künftigen Kolleginnen und Kollegen!
In diesem Sinne alles Gute und ein herzliches Dankeschön für Ihr persönliches Engagement in unserer Solidargemeinschaft VLB!
Ihr
Alexander Liebel





